Leistenschmerzen bei Männern treten aus verschiedenen Gründen auf, wie Muskelzerrungen, Hernienbildung, Infektionen und urologische Erkrankungen. Die Stärke, Dauer und begleitenden Symptome der Schmerzen variieren je nach zugrunde liegender Ursache und erfordern eine klinische Bewertung.
Zu den Ursachen von Leistenschmerzen bei Männern gehören häufig Belastungen des Bewegungsapparats, die meist nach schwerem Heben oder plötzlichen Bewegungen entstehen. Sportverletzungen können Mikrotraumata in den Muskelfasern verursachen und zu lokaler Empfindlichkeit sowie bewegungsabhängig zunehmenden Schmerzen führen.
Zu den urologischen Erkrankungen, die Leistenschmerzen verursachen können, gehören Nierensteine, Harnwegsinfektionen und testisbezogene Pathologien. Diese Zustände verlaufen meist mit zusätzlichen Symptomen wie Brennen, Veränderungen beim Wasserlassen oder Empfindlichkeit der Hoden, weshalb eine frühe Diagnose wichtig ist.
Zu den weiteren wichtigen Zuständen, die Schmerzen in der Leistengegend verursachen, gehören Leistenbruch und Vergrößerungen der Lymphknoten. Bei einem Bruch stehen Schwellung und Druckgefühl im Vordergrund, während bei infektionsbedingten Lymphadenopathien Empfindlichkeit und systemische Befunde hinzukommen können.
Wofür sind Leistenschmerzen ein Anzeichen?
Schmerzen in der Leistengegend können häufig mit verschiedenen Erkrankungen verwechselt werden. Einer der häufigsten Fälle ist die Unterscheidung zwischen Leistenbruch und urologisch bedingten Leistenschmerzen.
Ein Leistenbruch entsteht, wenn Bauchorgane oder Fettgewebe durch eine schwache Stelle in der Bauchwand nach außen treten. Bei Männern tritt er häufiger auf als bei Frauen. Ein Leistenbruch kann in dieser Region eine deutliche Schwellung, ein Druckgefühl und Schmerzen verursachen. Die Schmerzen nehmen besonders beim Husten, Pressen oder schweren Heben zu. Diese Beschwerden können jedoch häufig mit Leistenschmerzen verwechselt werden, die durch Nierensteine, Blasensteine, Varikozele oder Prostataprobleme verursacht werden.
Der wichtigste Unterschied zwischen urologischen Schmerzen und einem Leistenbruch besteht darin, dass der Bruch meist eine tastbare Schwellung in der Leistengegend verursacht. Außerdem wird der Bruchschmerz eher durch Bewegungen ausgelöst, die den intraabdominalen Druck erhöhen. Dagegen können Schmerzen bei urologischen Ursachen wie Nierensteinen plötzlich beginnen, von der Flanke in die Leiste ausstrahlen und mit zusätzlichen Symptomen wie Übelkeit und Erbrechen einhergehen.
Auch Infektionen wie Prostatitis oder Epididymitis können Leistenschmerzen verursachen, jedoch treten in diesen Fällen zusätzliche Befunde wie Brennen beim Wasserlassen, Fieber oder Empfindlichkeit der Hoden auf. Daher kann die Beurteilung von Leistenschmerzen allein irreführend sein.
Da Leistenbruch und urologische Erkrankungen ähnliche Symptome zeigen können, sind eine ausführliche Untersuchung und die erforderlichen bildgebenden Tests für die richtige Diagnose wichtig. So können unnötige Behandlungen vermieden und die tatsächliche Ursache der Leistenschmerzen bestimmt werden.
Verursachen Harnwegsinfektionen Leistenschmerzen?
Harnwegsinfektionen (HWI) treten bei Männern zwar seltener auf als bei Frauen, können jedoch ernsthafte Beschwerden verursachen. Wenn sich die Infektion in den Nieren, der Blase, der Harnröhre oder der Prostata entwickelt, können Schmerzen entstehen, die in die Leistengegend ausstrahlen.
Eine Blasenentzündung (Zystitis) verursacht in der Regel häufiges Wasserlassen, Brennen und Unterbauchschmerzen sowie ein Unwohlsein in der Leistengegend. Bei tiefer liegenden Infektionen, insbesondere bei einer Prostataentzündung (Prostatitis), können Leistenschmerzen deutlicher sein und von systemischen Befunden wie Fieber und Schüttelfrost begleitet werden.
Bei Infektionen, die bis zu den Nieren fortschreiten (Pyelonephritis), kann der Schmerz, der im Lendenbereich beginnt, in Richtung Leiste ausstrahlen. Auch trüber Urin, schlechter Geruch oder Blut im Urin während einer Harnwegsinfektion gehören zu den typischen Symptomen, die Leistenschmerzen begleiten.
Wenn Infektionen nicht rechtzeitig behandelt werden, können die Schmerzen chronisch werden und zu schwerwiegenderen Nierenproblemen führen. Daher sollte bei Leistenschmerzen zusammen mit Beschwerden beim Wasserlassen unbedingt an eine Harnwegsinfektion gedacht werden.
Verursacht Prostatakrebs Schmerzen in der Leiste?
Prostatakrebs verläuft im Frühstadium meist unauffällig. In fortgeschrittenen Stadien kann ein Tumor, der die Prostatakapsel überschreitet, sich auf umliegende Gewebe ausbreiten und Schmerzen in der Leistengegend verursachen. Diese Schmerzen können häufig auch in den Rücken, die Hüfte oder die Beine ausstrahlen. Die Ursache von Leistenschmerzen kann die Prostata sein, aber man kann nicht sagen, dass dies eindeutig ein Hinweis auf Krebs ist.
Die Prostata ist ein Organ von entscheidender Bedeutung für das männliche Fortpflanzungs- und Harnsystem. Sie liegt direkt unter der Blase und umgibt die Harnröhre, wodurch sie sowohl beim Ausscheiden von Urin als auch von Samen aus dem Körper eine Rolle spielt. Erkrankungen dieses Organs können nicht nur Probleme beim Wasserlassen, sondern auch Schmerzen und ein Unwohlsein in der Leistengegend verursachen.
Prostatitis (Prostataentzündung) ist die häufigste prostatabedingte Ursache von Leistenschmerzen. Eine akute Prostatitis beginnt plötzlich und führt zu starken Schmerzen in Leiste und Perineum, Fieber, Brennen beim Wasserlassen und häufigem Wasserlassen. Eine chronische Prostatitis verläuft hingegen schleichender; sie äußert sich meist durch langanhaltende, leichte, aber störende Leistenschmerzen, Brennen beim Wasserlassen und Schmerzen während der Ejakulation.
Die benigne Prostatahyperplasie (BPH) ist eine gutartige Vergrößerung der Prostata. Obwohl sie nicht direkt Leistenschmerzen verursacht, kann sie aufgrund eines Gefühls der unvollständigen Blasenentleerung, häufigen Wasserlassens und Schwierigkeiten beim Wasserlassen ein druckartiges Unwohlsein in der Leiste auslösen. Besonders bei Männern im höheren Alter ist dies ein häufiger Zustand.
Leistenschmerzen, die durch Prostataerkrankungen verursacht werden, können mit anderen urologischen Beschwerden wie Nierensteinen oder Blaseninfektionen verwechselt werden. Daher sind eine ausführliche Untersuchung, PSA-Test, Urinanalysen und bei Bedarf bildgebende Verfahren erforderlich, um die richtige Diagnose zu stellen.
Was ist die Ursache plötzlich auftretender Leistenschmerzen?
Plötzlich beginnende starke Schmerzen in der Leistengegend sind bei Männern nicht immer ein einfaches Problem. Eine der dringendsten und lebenswichtigen Ursachen dieser Schmerzen ist die Hodentorsion. Eine Hodentorsion entsteht, wenn sich die den Hoden versorgenden Gefäße um sich selbst drehen und abgeklemmt werden. Da die Durchblutung plötzlich unterbrochen wird, beginnt der Hoden innerhalb kurzer Zeit Schaden zu nehmen.
In diesem Fall beginnt der Schmerz meist plötzlich und ist sehr stark. Er ist überwiegend einseitig und wird sowohl im Hoden als auch in der Leistengegend empfunden. Zu den begleitenden Befunden gehören Hodenschwellung, Rötung, Übelkeit, Erbrechen und manchmal Fieber. Bei einigen Patienten kann der Schmerz auch in den Rücken oder Unterbauch ausstrahlen.
Eine Hodentorsion kann in jedem Alter auftreten, ist jedoch besonders bei Jungen in der Pubertät häufiger. Der Grund dafür ist, dass die Hoden in dieser Phase anatomisch beweglicher sind.
Bei dieser Erkrankung ist Zeit äußerst kritisch. Die Überlebenszeit des Hodens ist meist auf die ersten 6 Stunden begrenzt. Wenn innerhalb dieser Zeit kein chirurgischer Eingriff erfolgt, ist das Risiko eines Hodenverlustes sehr hoch. Die Diagnose wird meist durch klinische Untersuchung gestellt, in Verdachtsfällen kann Ultraschall eingesetzt werden. Um jedoch keine Zeit zu verlieren, wird häufig direkt operiert.
Bei der Behandlung wird der Hoden durch einen chirurgischen Eingriff in seine Position gebracht und die Durchblutung wiederhergestellt. In derselben Sitzung wird auch der andere Hoden fixiert, um das Risiko einer späteren Torsion zu verringern.
Strahlt eine Varikozele in die Leiste aus?
Eine Varikozele ist ein Gefäßproblem, das durch die Erweiterung der Hodenvenen entsteht. Sie tritt meist häufiger am linken Hoden auf, da die Venen auf dieser Seite anatomisch empfindlicher gegenüber Druck sind. Die Varikozele ist bei Männern sowohl wegen ihres Zusammenhangs mit Unfruchtbarkeit als auch wegen der Beschwerden in der Leistengegend ein wichtiges urologisches Problem.
Eine Varikozele verursacht meist keine ausgeprägten Schmerzen, kann jedoch in der Leisten- und Hodengegend ein Gefühl von Schwere, Druck oder Ziehen hervorrufen. Dieses Gefühl wird besonders im Laufe des Tages, nach langem Stehen oder nach intensiver körperlicher Aktivität deutlicher. Der Schmerz ist meist dumpf und kann durch Ruhe abnehmen.
Bei manchen Männern bleibt eine Varikozele unbemerkt, doch in fortgeschrittenen Fällen können die Venen unter der Haut deutlich sichtbar werden, und es entsteht ein Erscheinungsbild, das als „Gefühl wie ein Wurmknäuel im Hodensack“ beschrieben wird. Dieses in Leiste und Hoden empfundene Unwohlsein kann den Komfort im Alltag negativ beeinflussen.
Eine der wichtigsten Auswirkungen der Varikozele ist, dass sie die Spermienproduktion beeinträchtigen kann. Durch die erhöhte Hodentemperatur kann die Spermienqualität sinken, was bei Männern zu Unfruchtbarkeit führen kann. Daher ist sie nicht nur im Hinblick auf Leistenschmerzen, sondern auch auf die reproduktive Gesundheit eine Erkrankung, die beachtet werden muss.
Der Behandlungsbedarf variiert von Person zu Person. Bei leichtgradigen Fällen können Lebensstiländerungen und Beobachtung ausreichend sein, während bei ausgeprägten Schmerzen oder Unfruchtbarkeitsproblemen eine chirurgische Behandlung (mikrochirurgische Varikozelenoperation) angewendet werden kann.
Eine Varikozele, die mit Druck- und Unwohlsein in der Leiste einhergeht, ist ein wichtiger Faktor für die Männergesundheit, da sie sowohl den Alltag als auch die Fortpflanzungsfunktionen beeinflusst.
Nierensteinschmerzen
Nierensteine gehören zu den häufigsten urologischen Ursachen von Leistenschmerzen. Wenn ein in der Niere gebildeter Stein in den Harnleiter gelangt, den Kanal, über den der Urin zur Blase transportiert wird, verursacht er sehr starke Schmerzen. Dieser Schmerz beginnt meist im Rücken, breitet sich zu den Seiten und in die Leistengegend aus. Bei Männern können häufig auch ausstrahlende Schmerzen bis in die Hoden auftreten.
Nierensteinschmerzen werden in der Medizin als Nierenkolik bezeichnet und sind starke Schmerzen mit plötzlichem Beginn, die wellenförmig zunehmen. Patienten beschreiben diese Schmerzen als „messerstichartig“ oder „krampfartig“. Schmerzen in der Leistengegend werden meist von Übelkeit, Erbrechen, häufigem Wasserlassen und Blut im Urin begleitet.
Die Stärke der Schmerzen kann je nach Größe und Lage des Steins variieren. Kleine Steine können manchmal von selbst abgehen, während große Steine die Harnwege vollständig blockieren und zu einem erheblichen Druckanstieg in der Niere führen können. Dieser Zustand bleibt nicht nur bei Leistenschmerzen, sondern gefährdet auch die Nierenfunktion.
Durch Nierensteine verursachte Leistenschmerzen können mit Leistenbruch oder Prostataproblemen verwechselt werden. Das typische Merkmal von Nierensteinschmerzen ist jedoch, dass sie sich durch Bewegung nicht verändern und meist einen Verlauf zeigen, der vom Rücken in Richtung Leiste ausstrahlt. Außerdem liefern Symptome wie Blut im Urin und häufiges Wasserlassen Hinweise zugunsten eines Nierensteins.
Wie verursachen Epididymitis und Orchitis Leistenschmerzen?
Eine der urologischen Ursachen von Leistenschmerzen sind Infektionen, die den Hoden und die umliegenden Strukturen betreffen. Epididymitis ist die Entzündung des Nebenhodens (Epididymis), des spermienleitenden Kanals an der Rückseite des Hodens. Orchitis bedeutet hingegen eine direkte Entzündung des Hodens. Beide Erkrankungen können manchmal gemeinsam auftreten; in diesem Fall wird das Krankheitsbild Epididymo-Orchitis genannt.
Epididymitis entsteht meist durch bakterielle Infektionen. Sexuell übertragbare Mikroorganismen (zum Beispiel Chlamydien und Gonorrhoe) gehören bei jungen Männern zu den häufigsten Ursachen. In höherem Alter können Harnwegsinfektionen oder Prostataentzündungen über den Nebenhoden auf die Hoden übergreifen. Orchitis ist dagegen meist viralen Ursprungs; sie kann besonders nach einer im Kindesalter durchgemachten Mumps-Erkrankung auftreten.
Bei solchen Erkrankungen ist die auffälligste Beschwerde der Schmerz in der Leisten- und Hodengegend. Der Schmerz nimmt meist allmählich zu und wird von Schwellung, Rötung und Empfindlichkeit des Hodens begleitet. Bei Epididymitis können außerdem Brennen beim Wasserlassen, häufiges Wasserlassen und Fieber auftreten. Bei Orchitis stehen besonders hohes Fieber und allgemeine Schwäche im Vordergrund.
Leistenschmerzen entstehen bei diesen Erkrankungen sowohl durch die lokale Entzündung als auch durch die Ausbreitung der Infektion. Der Schmerz kann beim Sitzen oder Gehen deutlicher werden. Manchmal kann er auch in den Rücken und Unterbauch ausstrahlen.
Die Rolle sexuell übertragbarer Krankheiten bei Leistenschmerzen
Sexuell übertragbare Krankheiten verursachen nicht nur Beschwerden im Genitalbereich, sondern können auch Schmerzen in der Leisten- und Unterbauchregion hervorrufen. Zu den häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten bei Männern gehören Chlamydien, Gonorrhoe, Trichomonas und Herpesinfektionen. Diese Infektionen können Entzündungen in der Harnröhre, Prostata oder im Nebenhoden verursachen und dadurch Schmerzen in der Leistengegend auslösen.
Bakterielle Infektionen wie Chlamydien und Gonorrhoe äußern sich meist durch Brennen beim Wasserlassen, Ausfluss aus der Harnröhre und häufiges Wasserlassen. In diesem Fall kann die Infektion nach oben fortschreiten, den Nebenhoden erreichen und zusammen mit der Leiste starke Schmerzen in den Hoden verursachen.
Das Herpes-simplex-Virus verursacht schmerzhafte Wunden im Genitalbereich. Da diese Wunden die Nervenenden betreffen, kann in der Leistengegend ein Gefühl von Brennen, Stechen und dauerhaftem Unwohlsein entstehen. Bei parasitären Infektionen wie Trichomonas treten Leistenschmerzen meist zusammen mit Harnbeschwerden auf.
Leistenschmerzen im Zusammenhang mit sexuell übertragbaren Krankheiten sind meist entzündungsbedingt. Die Schmerzen können von Fieber, Schwäche, Schwellung oder Ausfluss aus der Harnröhre begleitet werden. Der Schmerz kann einseitig sein oder in beiden Leistenbereichen empfunden werden.
Worauf weisen langanhaltende Leistenschmerzen hin?
Leistenschmerzen entstehen meist aus Gründen wie Steinerkrankungen, Prostataproblemen oder Infektionen und bessern sich bei Behandlung. Bei einigen Männern können die Schmerzen jedoch über Wochen oder sogar Monate anhalten. In diesem Fall ist eine der wichtigen Ursachen, die in Betracht kommt, das chronische Beckenschmerzsyndrom.
Das chronische Beckenschmerzsyndrom ist ein Zustand, der durch Schmerzen in Leiste, Perineum und Unterbauch gekennzeichnet ist, die mindestens drei Monate andauern und für die keine andere Ursache gefunden werden kann. Es wird meist mit einer Empfindlichkeit der Nerven und Muskeln rund um die Prostata in Verbindung gebracht. Daher kann es manchmal fälschlicherweise für eine chronische Prostatitis gehalten werden.
Der Schmerz ist meist dumpf und wird als dauerhaftes Unwohlsein empfunden. Ein Druckgefühl in der Leiste, Brennen beim Wasserlassen, häufiges Wasserlassen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr können hinzukommen. Einige Männer beschreiben auch, dass der Schmerz in den Rücken und Oberschenkel ausstrahlt. Obwohl die Symptome von Person zu Person variieren, ist das auffälligste Merkmal, dass der Schmerz lange anhält und den Alltag beeinträchtigt.
Obwohl die Ursachen des chronischen Beckenschmerzsyndroms nicht vollständig bekannt sind, wird angenommen, dass frühere Infektionen der Harnwege, die Immunantwort, Nervensensibilität und psychologische Faktoren gemeinsam eine Rolle spielen. Es zeigt sich auch, dass Stress und Angst die Schmerzintensität erhöhen können.
Warum entstehen Schwellung und Schmerzen in der Leiste?
Schwellung und Schmerzen in der Leiste können bei Männern aus verschiedenen Gründen auftreten. Zwei dieser Ursachen sind Spermatozele und Hydrozele, die sich rund um den Hoden entwickeln. Diese meist gutartigen Zustände können je nach Größe und Menge der Flüssigkeitsansammlung Beschwerden und Schmerzen in der Leiste verursachen.
Eine Spermatozele ist eine flüssigkeitsgefüllte zystische Struktur, die im Nebenhodengang an der Rückseite des Hodens entsteht. Solange sie klein ist, wird sie meist nicht bemerkt und verursacht keine Schmerzen. Wenn die Zyste jedoch wächst, können ein Völlegefühl im Hoden und ein in die Leiste ausstrahlendes Druckgefühl entstehen. Nach längerem Stehen oder schweren Aktivitäten kann dieses Unwohlsein bei manchen Männern deutlicher auftreten.
Eine Hydrozele entsteht durch Flüssigkeitsansammlung um die Hoden. Sie kann bei Neugeborenen angeboren auftreten oder sich bei Erwachsenen nach Traumata, Infektionen oder Operationen entwickeln. Eine Hydrozele ist meist schmerzlos, kann jedoch durch Schwellung und Spannung im Hodensack Beschwerden in der Leistengegend verursachen. Wenn die Flüssigkeitsmenge zunimmt, können Leistenschmerzen beim Gehen oder Sitzen deutlicher werden.
In beiden Fällen nimmt die Schwellung meist langsam zu und kann ertastet werden. Die Diagnose wird meist durch körperliche Untersuchung und Ultraschall leicht gestellt. Während kleine und symptomlose Fälle beobachtet werden, wird bei großen und störenden Zuständen eine chirurgische Behandlung bevorzugt.
Spermatozele und Hydrozele sind meist harmlos, können jedoch den Alltagskomfort beeinträchtigen, wenn sie Schwellung und Schmerzen in der Leiste verursachen.

Prof. Dr. Berkan Reşorlu, geboren 1979 in Ankara, absolvierte seine medizinische Ausbildung zwischen 1997 und 2003 an der Universität Ankara und schloss seine Facharztausbildung in Urologie zwischen 2003 und 2008 an der Medizinischen Fakultät der Universität Ankara ab. Akademisch erhielt er 2013 den Titel eines Dozenten und 2022 den Titel eines Professors.
Er hat umfangreiche Studienserien im Bereich der endoskopischen Steinchirurgie durchgeführt, chirurgische Anwendungen bei Kindern unter 1 Jahr in die Literatur eingebracht und mit seinem Steinscoresystem sowie experimentellen chirurgischen Modellen internationale Anerkennung erlangt.
